Horst, ein Nachbar, fragte mich neulich, wie ich das denn anstelle, dass der einst kleine Teich in meinem Garten jeden Tag – kaum merklich – größer werde und woher ich denn die exotischen Fische hätte. Wahrheitsgemäß erklärte ich ihm, dass ich auch keine Ahnung habe, wie das geschehen konnte. Verschwiegen habe ich ihm natürlich, dass es die besonderen Umstände sein könnten unter denen ich derzeit hier lebe. Aber das geht ihn ja auch gar nichts an, schließlich ist er nur einer, der zufällig in der Nähe wohnt. Dass ich jetzt manchmal nachts Menschen in meinem Garten herumschleichen sehe, ein Fischnetz unter dem Arm, die Butt, Kabeljau und Hering abfischen wollen, um beim nächsten Gartenfest Frisches auf den Grill zu legen, stört mich nicht. Schließlich hatte ich noch nie einen Gartenzaun: Kann kommen, wer will. So sitze ich denn hier, stricke mit dem Überfließen weiter Tag und Nacht Socken und schaffe es einfach nicht, das Rinnsal, das aus meiner Hintertür in den Garten fließt, vollständig zu verarbeiten. Weiter dehnt sich der einstmals kleine Teich aus, bedeckt mittlerweile die Hälfte meines Grundstücks. Sie fragen, was ich mit den vielen Socken mache? Ich lege Sie früh morgens, wenn der Tag zu dämmern beginnt, vor meine Haustür an die Straße. Ihr traumverlorenes Muster, ihre Leichtigkeit, ihre frische Farbgebung machen sie wohl zu einer begehrten Sache. Jedenfalls am nächsten Tag, wenn die nächsten Sockenpaare draußen landen, sind sie weg. Soll ich fragen, wohin? Nein, denn es interessiert mich nicht. Immerhin schaffe ich es mit dieser Strickerei meinen Zufluss zum Weiher etwas zu begrenzen und das ist ja der Zweck der Arbeit, ich kann doch nicht verantworten, dass hier immer mehr unter Wasser steht. Sollen sich die Dörfler ruhig über das kleine Geschenk freuen, wer weiß, wo sie bald baden gehen. Manchmal hätte ich Appetit auf ein Steak, ein gutes Essen, einen Spaziergang. Ich kann mir das nicht erlauben, zu lange wäre die Unterbrechung meiner neuen Aufgabe. Es ist mir aber auch gar nicht mehr möglich unter die Leute zu gehen. Schon Horst hatte mich damals gefragt, ob ich denn Kortison einnehmen müsse, mein Gesicht sei doch sehr geschwollen. Wenn ich jetzt aus dem Fenster sehe, steigt Furcht mir die Kehle hinauf. Das Grundstück von Horst ist an den Rändern – trotz seines hohen Maschendrahtzauns – Teil meines Sees. Manchmal klopfen die Nachbarn an meine Haustüre, ich öffne schon lange nicht mehr. Kommen sie doch zu zweit und zu dritt und ihr Klopfen wird immer drängender, ihre Stimmen, die durch das dicke Holz der Tür dringen, immer lauter und wütender. Alle Zugänge zum Haus sind mittlerweile verschlossen, die Socken werfe ich nur noch in der Morgendämmerung aus dem Küchenfenster auf die Straße. Dort liegt ein Haufen Aufgeweichtes. Manchmal fürchte ich, meine ganze Arbeit könnte umsonst sein, die Socken könnten sich wieder zurückverwandeln und den Wasserpegel weiter anheben. Was soll ich tun? Meine Recherchen in den wissenschaftlichen Bibliotheken haben keinen vergleichbaren Fall erbracht. Reden kann ich mit niemandem darüber, das Phänomen ist mir zu peinlich. Fernsehen und Zeitungen würden sicher über meinen Fall berichten, aber das verspricht ja auch keine Hilfe. Den Kontakt zu den Freunden habe ich abgebrochen, nachdem ich merkte, wie sehr sie meine „Gefühlsausbrüche“ belasten. Seit Tagen stricke ich nur noch, starre ins Leere und wage nicht aus dem Fenster zu sehen. Als die Schwanzflosse eines Walfischs mir die gesamten Fenster flutete, merkte ich, dass es Zeit war, ans Meer zu ziehen. Beim Öffnen der Haustüre sah ich, dass ich längst angekommen war. Eine Strickgeschichte von Christiane Lindner-Fuss the knitting story (2009) by scheinbar
i like this. the composition is very fitting for a square format. really like the geometric forms. i like the colour palette--I never perceive blue as cold but yet---i dont feel the warmth of knitted fibers. Of course --that is a subjective response to this. i get the impression the focual point is the reflection...and i wouldn't be surprised since you do work alot with them. the only critique that i'd say---purely from my own POV... is perhaps the tones of the circle lamp fixture and the knitting needles to meld more ensemble... to bring out the yellow tones of each. the two subjects are in the dark -shadowed and poetically i can get that. but i cant help but wonder how this might look, if they were enhanced colour wise...there by adding a flow of the hints of yellow that are already slightly suggested throughout. again this is only my own viewpoint... and as i love at this--it is a fabulous photo.--just curious as to how it would look as suggested.
Ich glaube bei den ganzen Kommentaren bleibt mir gar nicht mehr viel zu sagen. Aber ich finde die Verknüfung mit der Geschichte sehr interessant und das Foto wäre sicherlich auch ohne die Socken beeindruckend geworden, aber dann hätte die Geschichte schlechter gepasst. Du hast mich neugierig gemacht und ich wüsste gerne, welcher Zusammenhang zwischen den Socken und dem Wasser besteht... (oder hab ich da irgendwas nicht kapiert und es steht da?)
der Betrachter/Leser/Hörer gibt den Betrachteten, Gelesenen, Gehörten s e i n e n Sinn. Mein ursprüngliches Bild war eine Tränenflut, die sich nur durch Stricken in Schach halten ließ...
Superb in all directions! This is something I'd really want to have in my living room to look at all the time. It's one of those pieces that makes good company.
the composition is very fitting for a square format. really like the geometric forms.
i like the colour palette--I never perceive blue as cold but yet---i dont feel the warmth of knitted fibers.
Of course --that is a subjective response to this.
i get the impression the focual point is the reflection...and i wouldn't be surprised since you do work alot with them.
the only critique that i'd say---purely from my own POV...
is perhaps the tones of the circle lamp fixture and the knitting needles to meld more ensemble...
to bring out the yellow tones of each.
the two subjects are in the dark -shadowed and poetically i can get that.
but i cant help but wonder how this might look, if they were enhanced colour wise...there by adding a flow of the hints of yellow that are already slightly suggested throughout.
again
this is only my own viewpoint...
and as i love at this--it is a fabulous photo.--just curious as to how it would look as suggested.
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