Vielleicht ist aber gerade das Unsterblichkeit..... Seltsam, wie - sei es zufällig oder beabsichtigt- von den vielen Millionen Menschen, die gelebt haben, uns einige wenige immer noch bekannt sind, eben weil ihre biologischen Spuren erhalten geblieben sind. Von Lucy bis zu Tut Anch Amun, vom Tollundmann bis zu solchen Reliquien; der Zufall pickt einige von uns heraus. Bemerkenswert finde ich dabei besonders, dass es nicht immer die einst im Leben Bedeutenden sind, von denen wir heute noch sprechen. Wenn es einen"begreifbaren" Körper gibt, entsteht wohl eine ganz andere Vertrautheit, als es jede Inschrift oder Abbildung vermag.
ichhab so meine zweifel, ehrlich gesagt, mir erscheint der mensch in dem glas-sarkophag nicht wirklicher als irgendein name... und wenn sich dereinst jemand an mich erinnern soll, wäre mir erinnerung an "gute taten" lieber als die erinnerung an meinen körper... irgendwie doch decartes
ja, das ist schon klar.... hab' aber vor einiger Zeit eine Ausstellung über Moorleichen gesehen, und muss sagen, dass das schon in vieler Hinsicht berührend war. Wären diese Menschen in ihrer Zeit alt geworden und hätten ein "normales" Begräbnis bekommen, würde sich niemand mehr an sie erinnern. So aber tauchen sie plötzlich in unserer Gegenwart auf, durchaus als Personen mit Geschichte, der man unwillkürlich nachspüren will. Gegenstände, Kleidung, die Todesart, all das ergibt ein Bild. Und das ist doch eine Art der Unsterblichkeit, die sich diese Menschen nie haben träumen lassen, oder? Eine Art von Unsterblichkeit jenseits großer Taten. Das soll aber jetzt kein Plädoyer für Einbalsamierung sein - bloß nicht! - ich halte das eher für eine erstaunliche Laune der Zeiten.
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